Unstillbare Gier – Brenne für mich

Prolog

Ein unglaublich blauer Himmel, wolkenlos und die Sonne strahlte. Grund genug für die Meisten, im Café zu sitzen und das traumhafte Sommerwetter zu genießen. Sam saß an einem kleinen Tisch in unmittelbarer Nähe des Sees. Sie spürte das Gras unter ihren nackten Füßen. Eigentlich wollte sie nur ihren Café Latte genießen. Doch die Anwesenheit der vielen verliebten Pärchen um sie herum stimmte sie nachdenklich. Was war verkehrt gelaufen? Wann hatte sie die Ausfahrt auf der Liebesautobahn verpasst? Was hatte sie falsch gemacht?

Sam sah auf den See hinaus und kannte die Antworten eigentlich. Sie wusste, dass sie das einzig Richtige getan hatte. Aber die Wahrheit konnte trotzdem weh tun. Und immer wieder kam die quälende Frage, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hatte. Ja, ihre Entscheidung war richtig, und doch zweifelte sie an sich selbst. War es ihre Schuld? Hatte sie die Fehler gemacht? Sam seufzte und dachte an den Tag im Mai, der ihr Leben aus den Fugen brachte.

I.

Eigentlich sollte das Wetter im Mai frühlingshaft schön sein. Doch heute war der Himmel grau, vereinzelt fiel leichter Regen. Das Wetter genauso mies wie ihre Stimmung. Der Tag konnte eigentlich nicht schlechter werden. Dachte sie jedenfalls. Bis zu dem Moment, als Sam mit dem Becher Kaffee vor dem Schreibtisch von Mr. Andersson, ihrem Chef, stand. Mr. Andersson schien mal wieder mit dem falschen Fuß aufgestanden zu sein. Mehr als übel gelaunt herrschte er Sam ständig an, dass Zucker im Kaffee fehlt. Herrgott noch mal – er nimmt nie Zucker in den Kaffee. Seitdem die Firma ins Parkway Plaza Shopping Center umgezogen war, hatte der Chef nur noch schlechte Laune. Aber nun war endlich Feierabend.

Der Regen hatte glücklicher Weise aufgehört. So entschied Sam sich, auf den Bus zu verzichten und zu Fuß nach Hause zu gehen. ‘Dann bekomme ich vielleicht den Kopf frei. Keine Ahnung, welche Laus meinem Chef heute über die Leber gelaufen ist.’ dachte Sam so bei sich. Aber Gott sei Dank stand nun das Wochenende an. Wie jeden Freitag freute sie sich auf das wöchentliche Treffen mit Kelly, ihrer besten Freundin.

Total in Gedanken versunken bemerkte Sam gar nicht, dass sie schon ziemlich weit gelaufen war – und nicht gerade in die Richtung nach Hause. Na ja, das Wetter war recht trocken. Daher entschied sie sich, die Abkürzung durch den Malone Park nach Hause zu nehmen. Da sah sie ihn stehen – unter einem kleinen Vordach. Ihr erster Gedanke: Ziemlich nett. Aber ansprechen? Das traute sie sich nicht. ‘Sam, Du  dumme Nuss’, schalt sie sich. ‘Das kann doch nicht so schwer sein. Wenn ich nicht endlich mal meinen Schnabel aufkriege, werde ich ewig Single bleiben’. Sam genoss das Singleleben in vollen Zügen, nachdem ihre letzte Beziehung zerbrach. Es war angenehm, auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen. Ab und an mal eine kleine Affäre, jedoch nichts verbindliches. Aber des Öfteren ertappte sie sich bei dem Gedanken an eine ernstere Beziehung. Zwei Jahre allein waren genug. Plötzlich ein Knall. Autsch, und sie lag in dem nassen Gras. Mal wieder nicht die Augen aufgemacht und schon stolperte Sam über ihre eigenen Füße. „Kann ich Ihnen aufhelfen? Ist Ihnen etwas passiert?“ Heilige Scheiße. Sam schaute nach oben und der Typ von eben stand direkt vor ihr und bot an, ihr auf die Füße zu helfen.

Sam rappelte sich auf, klopfte sich Grashalme von der bis eben noch weißen, nunmehr mit grünen Flecken übersäten Hose und schaute hoch. Was sie sah, waren stahlblaue Augen. “Haben Sie sich etwas getan?” Es dauerte einen Moment, bis Sam begriff, dass sie gemeint war. “Danke, es geht schon.” Er schaute sie eindringlich an, und Sam bekam eine Gänsehaut.

Dieses Gefühl war neu und irritierend. Sie hob ihre Tasche auf und wollte sich verabschieden. Bloß schnell verschwinden, bevor es noch peinlicher werden konnte. “Ich bin übrigens Jack.” Er streckte seine Hand aus, die Sam ohne zu überlegen ergriff. “Samantha, aber alle nennen mich nur kurz Sam.” Sein Händedruck war herzlich und seine Augen strahlten Wärme aus. Der Drang nach einer schnellen Flucht war bei Sam verschwunden. Eine Erklärung hatte sie nicht, aber dieser Jack zog sie irgendwie magisch an.

„Darf ich Sie auf einen Kaffee einladen?“ Mit dieser Frage hatte Sam nicht gerechnet. Sie zögerte nicht eine Sekunde und nachdem sie kurzerhand ihre Verabredung mit Kelly auf Samstag verlegen konnte, saßen die beiden nach wenigen Minuten in einem nahegelegenen Diner. „Was macht ein so hübsches Mädchen alleine im Park?“ Jack nippte an seinem Kaffee und schaute sie fragend an. Sam wurde es bei diesem durchdringenden Blick warm. „Eigentlich bin ich auf dem Nachhauseweg und habe eine Abkürzung genommen. Aber die gleiche Frage könnte ich auch stellen.“ Sam nahm ebenfalls einen Schluck Kaffee und sah in Jacks Augen. Jack erwiderte den Blick: „Ich habe nur ein Opfer gesucht.“ Bei diesen Worten wurde es Sam heiß und kalt zugleich. Es wäre sicherlich klüger, jetzt zu gehen, doch sie blieb. „Ich war kein Opfer, bin kein Opfer und werde es auch nie sein.“ Jack lächelte bei dieser Antwort und konterte verschmitzt mit tiefer, eine Gänsehaut verursachenden Stimme: „Abwarten…“

Sam konnte ihren Blick nicht abwenden. Jack saß ihr gegenüber. Die Haare in einem Kurzhaarschnitt waren leicht unordentlich. Seine Augen strahlten, hatten aber gleichzeitig etwas Geheimnisvolles. Er trug ein Poloshirt, wobei die oberen Knöpfe offen standen, so dass Sam die Brustbehaarung ins Auge fiel. An seinem rechten Oberarm prangte ein Tattoo. Das Motiv konnte sie nicht richtig erkennen. Es sah aus wie drei verschlungene Tropfen und erinnerte sie irgendwie an „Ying Yang“. Alles in allem musste sie zugeben, dass Jack ihr nicht unsympathisch war.

„Was macht ein so hübsches Mädchen, wenn sie nicht allein durch Parks wandelt?“ Sam konnte sich schwer seines Blickes entziehen. „Ein normales Leben führen. Ich arbeite im Büro einer Autovermietung, gehe privat gerne ins Kino und treffe mich mit Freunden.“ „Oder unbekannten Fremden im Park. Meintest Du ‚Freunde‘ im Allgemeinen oder gibt es auch einen Partner in Deinem Leben?“ Diese Frage kam für Sam überraschend. Sie merkte, dass sie leicht rot anlief. „Nein, es gibt momentan keinen Mr. Right. Aber was ist mit Dir?“ Einen Ring trug Jack nicht. Also nicht verheiratet, aber vielleicht gebunden. Jack schaute Sam fixierend an und lächelte. „Ich bin Immobilienmakler, kunstinteressiert und spiele gern. Damit meine ich keine Gesellschaftsspiele.“ “Ich muss passen, was meinst Du konkret mit ‘spielen’?” Seine Finger fuhren langsam an Sams Hand lang, die bemüht war, nicht die Kaffeetasse fallen zu lassen. „Mein Name ist zwar nicht  Mr. Right, aber Du bist vielleicht meine Miss heute Nacht und wir könnten eine phantastische Zeit haben.“

Sam zog ihre Hand zurück. „Jack, es war ein schöner Abend, aber ich möchte jetzt allein nach Hause gehen.“ Sie konnte keine Regung in Jacks Gesicht erkennen. Guter Pokerspieler, dachte sie. „Das ist schade. Ich werde schon mal bezahlen.“ Sam stand auf, um die Toilette aufzusuchen. Sie stand vor dem Waschbecken und sah sich im Spiegel. Hektische rote Flecken auf ihren Wangen und ihre Haare durcheinander. Musste vom Sturz herrühren. Mein Gott, so hatte sie sich ihm präsentiert. Wie peinlich. Sam beugte sich über das Waschbecken, um ihr Gesicht mit kaltem Wasser abzuspülen, als sie plötzlich Schritte vernahm und Hände auf ihren Hüften spürte. Sie schaute in den Spiegel und blickte in die geheimnisvollen Augen von Jack. “Ich wollte nicht gehen, ohne mich gebührend zu verabschieden.” Sam konnte sich nicht rühren. Sie spürte Jacks wachsende Erregung an ihrem Po und ein Kribbeln in ihrem Bauch. “Du bist eine Sünde und hoffentlich bald meine Sünde.” Jack verschwand aus der Toilette und ließ Sam atemlos zurück. Nach ein paar Minuten kehrte sie zum Tisch zurück doch Jack war weg, die Rechnung bezahlt und auf dem Tisch lag nur noch ein Zettel mit einer Telefonnummer und einem Satz: Du bist mein Feuer – brenne für mich! J.

 

II.

Er wälzte sich, nur mit einer schwarzen Pants bekleidet, unruhig im Bett hin und her, der Blick fiel auf die Uhr. Erst 06:13 Uhr am Samstagmorgen. Er hatte die ganze Nacht kaum schlafen können. Der gestrige Abend war ihm nicht aus dem Kopf gegangen. Eigentlich war er im Park um den Kopf freizukriegen, als ihm die Muse quasi vom Himmel vor die Füße fiel. Sie war nichts Besonderes. Mittlere Größe, normale Figur, mittellanges braunes Haar. Nicht gerade sein typisches Beuteschema. Er bevorzugte grundsätzlich Blondinen. Aber Samantha hatte eine Ausstrahlung, die ihn sofort faszinierte. Die Unterhaltung mit ihr war unkompliziert, locker und spritzig. Als er dann hinter ihr im Waschraum stand, wo sie versuchte, ihre Verlegenheit in den Griff zu bekommen, hätte er sie gerne gnadenlos über dem Waschbecken gebeugt genommen. Irgendetwas sagte ihm aber, es ist bei dieser Frau der falsche Weg. Er hatte seine Telefonnummer für sie auf dem Tisch liegen gelassen, aber sie hatte sich bis jetzt nicht gemeldet. Jack war es nicht gewohnt, dass man ihn warten ließ. Auch jetzt schaute er wieder auf sein Handy. Kein eingegangener Anruf und keine Nachricht. Leider hatte er auch keine Nummer von ihr, so dass er sie hätte anrufen können. Er wusste weder, wo sie wohnte, noch wo sie arbeitete. Sollte sie sich nicht bei ihm melden, hätte er keine Möglichkeit, sie zu finden. Außer, auf ein Wunder zu hoffen. Wie konnte ihm dieser Anfängerfehler passieren? Verdammt!

Frustriert stand Jack auf, um Duschen zu gehen. Der Tag hatte noch nicht einmal richtig angefangen, und seine Laune war im Keller.

* * * * *

Es roch verführerisch nach Eiern und kross gebratenem Speck und der Kuchen sah wie immer sehr lecker aus. Mrs. Hanson hatte sich mal wieder selbst übertroffen. Sam saß mit Kelly in dem kleinen Bistro von Kelly’s Mutter. Eigentlich konnte sie den Speisen nicht widerstehen und die Bluecorn-Pancakes gehörten zu Sam’s Leibspeise. Doch heute war alles anders. Ihr fehlte der Appetit. “Süße, bist Du krank? Du nimmst lediglich einen Orangensaft zum Frühstück und verschmähst die Pancakes?” Sam nahm einen Schluck von dem frisch gepressten Saft. “Ich weiß auch nicht, aber ich habe seit gestern Abend keinen Appetit.” Kelly schob ihr Omelett beiseite. “So, jetzt erzähl mir mal, was gestern Abend los war und wieso Du UNSEREN Freitagabend so kurzfristig absagen musstest. Ich hoffe, Du hattest einen guten Grund.” “Der Grund ist männlich, sieht zum Anbeißen aus und heißt Jack.” Nun erzählte Sam ihrer besten Freundin von dem merkwürdigen Abend. Angefangen von dem peinlichen Sturz über das nette, aber teilweise komische Gespräch bis hin zu dem denkwürdigen Abschied. “Mein Gott,” japste Kelly “das ist ja abgefahren. Der Typ steht auf Dich und nutzt nicht einmal die Gelegenheit. Stattdessen lässt er nur seine Nummer da. Und, wirst Du Dich noch einmal mit ihm treffen?” Sam schaute ihre Freundin an. “Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ja, er sieht scharf aus und es lief mir heiß und kalt den Rücken runter. Ja, ich fühle mich von ihm angezogen. Aber seine Bemerkungen sind mir unheimlich. Er redet von ‘Spielen’ und meint keine Brettspiele. Ich soll seine Sünde sein und für ihn in Flammen stehen. Entschuldigung, aber ich weiß von ihm eigentlich nichts. Nicht einmal meine Frage nach einer Freundin hat er mir beantwortet.” Kopfschüttelnd musste Kelly schmunzeln. “Süße, ich kenne Dich ziemlich gut. Und wenn ich Dich hier so sitzen und reden höre, habe ich den Eindruck, dass Du Dich eigentlich schon gestern Abend entschieden hast. Wenn Du Deine Frage nach einer Freundin beantwortet haben willst und mehr über diesen Jack herausfinden möchtest, solltest Du aus dem Quark kommen. Wenn er wirklich so heiß ist, wie Du sagst, wird er sicherlich in Kürze die Nächste finden und Du es bis an Dein Lebensende bereuen. Außerdem, wie heißt es so schön: No risk – no fun. Also, riskiere was. Du hast nichts zu verlieren. Aber Du könntest eine Menge Spaß haben.” Sam bestellte noch einen Orangensaft bei Mrs. Hanson und einen trockenen Sesambagel. Ihr Magen begann, zu knurren. “Wahrscheinlich hast Du Recht.” Sam biss in ihren Bagel und zog ihr Handy und den Zettel von Jack aus der Tasche. “Ich werde ihn nach unserem Frühstück anrufen.

III.

Kurz bevor sie das Diner von Freitagabend erreichte, stieg die Nervosität. Sam freute sich, dass Jack vorschlug, sich noch heute zu treffen. Das Telefonat allein machte sie schon nervös. Jack hatte eine unglaublich erotische Stimme. Wie sollte es dann erst wieder bei einem erneuten Zusammentreffen werden? Jetzt war es aber zu spät, um sich darüber ernsthafte Gedanken zu machen. Sam stand bereits vor ‘Devils Diner’, atmete tief durch und ging mit klopfendem Herzen hinein.

Sie sah ihn sofort. Jack saß zwar hinten leicht versteckt in einer Ecke, aber seine Erscheinung hatte eine gewisse Dominanz. Er trug heute ein weißes Hemd ganz lässig über eine schwarze True Religion-Jeans. Die Hemdsärmel leger aufgekrempelt und die oberen zwei Knöpfe bis zum Brusthaaransatz aufgeknöpft. ‘Volles Risiko’ dachte Sam und begrüßte Jack freudig. “Hallo Sam. Ich bin überrascht, Dich so schnell wieder zu sehen.” Sam setzte sich mit einem Lächeln. “Ich bin von Natur aus neugierig und Deine Nachricht auf dem Zettel hat mich neugierig gemacht.” Jack hatte bereits Getränke für beide bestellt. Latte Macchiatto und Champagner für Beide. Er hob das Champagnerglas an. “Auf eine schöne Zeit. Du wirst meine Sünde sein und es nicht bereuen.” Sam trank einen Schluck und vergaß die Welt um sich herum. “Jack, Du bist mir noch eine Antwort schuldig, ob Du gebunden bist.” Sam fiel  mal wieder gleich mit der Tür ins Haus. Aber sie musste es jetzt und hier geklärt haben, bevor sie sich in ein Abenteuer stürzte. “Ich mag es, gebunden zu sein. Ich liebe Gebundenheit geradezu. Aber was Du sicherlich meinst: Ich bin Single.” Diese Worte unterstrich er durch zärtliches Streicheln ihrer Hand. Sam bekam sofort eine Gänsehaut. Egal was er sagte, für diese Stimme würde sie sterben. “Die Fragestunde ist eröffnet” meinte Sam. “Hast Du Geschwister?” Jack lächelte. “Ja, einen Bruder. Wie ist es bei Dir. Du erwähntest gestern eine ‘Kelly’. Deine Schwester?” Sam schüttelte den Kopf. “Nein, ich bin Einzelkind. Kelly ist meine beste Freundin und Vertraute. Sie weiß alles von mir und ich von ihr.” Jack hörte auf, ihre Hand zu streicheln. Stattdessen übte er jetzt leichten Druck aus, indem er ihre Hand fest umschloss und auf die Tischplatte drückte. Er schaute ihr tief in die Augen. “Lass uns ein wenig spielen. Ich spüre, dass Du es auch willst.” Sam bekam einen trockenen Mund. Jack zog sie in ihren Bann, ohne dass sie sich ernsthaft dagegen wehren konnte. “Du hast mir gestern Abend recht bestimmt gesagt, kein Opfer zu sein. Aber vielleicht bist Du ja bereit, von mir dominiert zu werden. Du wirst nichts anderes mehr wollen. Das garantiere ich Dir.” Jack verstärkte den Druck auf ihre Hand und sie merkte, dass sie feucht wurde. Mit leicht zitternder Stimme hauchte Sam ein “wir können es ja probieren.”

Jack entspannte sich innerlich. Er wusste, wenn er es jetzt richtig anfing, konnte es was ganz großes mit ihr werden. “Du solltest jetzt erst mal zur Toilette gehen, und Deine Haare für mich richten. Sieht aus, als wäre es draußen recht windig.” Sam schreckte auf. Oh Gott, schon wieder so eine peinliche Situation. Warum passierte ihr das immer? Sie stand sofort auf, um sich wieder herzurichten. Jack folgte ihr in gebührendem Abstand. Wie er es sich gedacht hatte, stand sie wieder vor dem Spiegel. Sie sah süß aus, wie sie verwirrt in den Spiel schaute. Ihre Haare waren tadellos, aber sie hatte seinen Vorwand nicht durchschaut. Jack griff wieder um ihre Hüfte und presste seine Erektion an ihren Hintern. Sam schaute ihn erschreckt im Spiegel an. “Jetzt lass uns etwas spielen.” Er fing an, an ihrem linken Ohr zu knabbern und ihren Hintern dichter an sich zu drücken. Sie wurde leicht nervös. Es war hier eine öffentliche Toilette, wo jederzeit jemand hereinkommen konnte. Aber seine Hände ließen sie nicht weiter nachdenken. Jack begann, ihre Bluse vorne aufzuknöpfen. Sein Atem war heiß an ihrem Hals. Sie wollte, aber konnte sich nicht rühren. Mit geschickten Fingern löste er ihren BH und umkreiste ihre Brustwarzen, die sich sofort aufrichteten. Als er ihr in die Brustwarzen kniff, stöhnte sie nur auf. Nun schob er ihren Rock über die Hüfte und griff in ihren Slip. “Na, das nenne ich aber mal hot” hauchte Jack atemlos. Sam merkte, wie ihr die eigene Nässe das Bein herunterlief. Mit einer Hand fing er an, ihre Schamlippen zu massieren. Mit der anderen packte er unsanft ihre Brustwarze und brachte sie zum Stöhnen. Ein Schmerz schoss ihr von der Brustwarze durch den ganzen Körper. Wieso war er so brutal? Sie wollte abbrechen, konnte aber nicht. Er nahm sich die zweite Brustwarze. Der Schmerz war ebenso schrecklich, aber sie fühlte sich nicht schlecht. Seine linke Hand ließ ihre Schamlippen los um ihr Höschen runterzuziehen. Sie hörte, wie er seine Hose öffnete. Durch den Spiegel sah sie eine prächtige Erektion aus der Hose springen. Er griff in Ihre Haare, drückte sie über das Waschbecken und drang in sie ein. Ihr blieb die Luft weg. Sie war von ihm vollkommen ausgefüllt. Ihre nackten Brustwarzen lagen auf dem kalten Waschbecken und wurden durch seine Stöße gerieben. Der Schmerz vermischte sich mit köstlichem, zuckersüßem Empfinden. Jack stieß ohne Gnade zu. Mit der rechten Hand umspielte er ihre Perle. “Du bist mein Feuer. Brenne für mich – JETZT” keuchte er ihr ins Ohr. Sam wurde von Emotionen überspült. Sie fühlte, wie der Orgasmus sich aufbaute und drohte, sie wegzureißen. Jack war brutal. Stieß ohne Unterlass immer heftiger zu und rieb ihre Perle. Sam ließ sich wegreißen und ein Orkan brach über ihr zusammen. Sie wurde von einem gewaltigen Orgasmus geschüttelt. Ihr fehlte die Luft zum Atmen. Jack stieß ein letztes Mal zu und entlud seine gesamte Männlichkeit in ihr. Die Welt um sie herum schien stillzustehen.

IV.

Mal wieder Montag. Sam saß an ihrem Schreibtisch und dachte, wieso zum Henker war das Wochenende schon wieder vorbei. Die Zeit war verflogen, ohne dass sie es bewusst mitbekommen hätte.  Noch 3 Stunden zu arbeiten. Es konnten lange Stunden werden, weil sie sich überhaupt nicht konzentrieren konnte. Mr. Andersson fragte sie auch schon ein paar Mal, ob etwas nicht in Ordnung sei. Sie hatte ein paar Fehler gemacht, die ihr bis dato nie passiert wären. Ihre Gedanken schweiften unablässig zu Jack und den Erlebnissen des vergangenen Samstags. Sie hatte einen Quickie in einer Restauranttoilette. Das alleine war schon peinlich. Was wäre passiert, wenn jemand den Waschraum betreten hätte, während sie halbnackt über dem Waschbecken gebeugt stand und von einem Typen genagelt wurde. Sam musste lächeln. Sie wurden Gott sei Dank nicht in flagranti erwischt. Jack war ein heißer Typ – keine Frage. Der Quickie war fantastisch – unbestritten. Aber der Quickie war auch heftig, animalisch und teilweise brutal. Was Sam aber am meisten störte, war die Tatsache, dass sie sich gut dabei gefühlt hatte. Den ganzen Sonntag saß sie wie ferngesteuert auf dem Sofa und ging gedanklich den Abend immer wieder durch. Doch es änderte nichts an dem Resultat. Die Art und Weise, wie Jack sie angegangen war, trieb ihren Puls selbst jetzt wieder in die Höhe. Der Gedanke an seine Hände, die ihren Körper beherrschten, als wenn er nie etwas anderes gemacht hätte, verursachte wieder ein Kribbeln im Bauch. Selbst der Schmerz in ihren Brustwarzen wurde von ihr als angenehm und süß empfunden. Seine Bestimmtheit, mit der er sie runterdrückte, verursachte bei ihr eine leichte Angst abgelöst von Verlangen nach mehr. Es war unbestritten ein brutaler Quickie, der in ihr das Verlangen nach Mehr auslöste. Diese Erkenntnis traf sie wie ein Schlag und ängstigte sie gleichzeitig. Sie erkannte sich selbst nicht mehr. Schmerz und Sex gehörten für sie eindeutig nicht zusammen. So etwas war doch abartig. Sie erinnerte sich an die letzten Worte von Jack, bevor er ging. Es wäre nur ein Strohfeuer gewesen. Wenn ich erst richtig für ihn brenne, will ich nie wieder gelöscht werden. Was meinte er damit. Viel heftiger konnte es ja wohl kaum werden.

Sam war sich nicht sicher, ob sie es wirklich herausfinden wollte. Dachte sie aber wieder an seine unglaublichen Augen, sein Lächeln und die Art, wie er mit ihr sprach, bekam sie erneut eine Gänsehaut. Sie steckte in einer Zwickmühle, doch die Entscheidung wurde ihr abgenommen. Sams Handy piepte. Es war eine Nachricht von Jack:

“Ich hole Dich Freitagabend ab. Nimm ein paar Sachen fürs WE mit. J.”

V.

Sie hatte sich ihm doch tatsächlich widersetzt. Jack schüttelte den Kopf. Sam hatte ihm am Donnerstagabend eine SMS geschickt, dass sie Freitag keine Zeit hätte, da sie sich jeden Freitag mit ihrer Freundin träfe. Sie sei nicht bereit, dies für ihn erneut abzusagen. Schließlich habe sie ja auch ihre Prinzipien. So so, sie hat also ihre Prinzipien. Die hatte Jack allerdings auch. Prinzipiell widersetzte man sich ihm und seinen Wünschen nicht. Das würde er ihr auf Dauer nicht durchgehen lassen können. Er war sich aber sicher, dass er sie in eine seinen Wünschen angemessene Richtung bringen konnte. Bei Sam brauchte er wahrscheinlich etwas mehr Zeit und Geduld, um ihren Widerstand zu brechen. Er musste allerdings bedachter vorgehen, um sie nicht zu verunsichern oder gar abzuschrecken. Jack änderte daher seine Taktik. Sam wollte nicht den Freitagabend mit ihm verbringen und sie hatte es ganz kategorisch abgelehnt, bereits jetzt eine Übernachtung bei ihm oder mit ihm einzuplanen. Aber aufgeben kam für ihn nicht in Frage. ‘Du wirst mir unterwürfig sein’ dachte Jack  ‘es ist nur eine Frage der Zeit. Und davon habe ich viel.’

Er schaute auf seine Uhr. Es war Zeit, um sich auf den Weg zu machen. Kurzer Griff zu seiner Lederjacke und der kleinen Sporttasche. Jack wusste nicht, ob er für die darin enthaltenen Utensilien heute Verwendung finden würde, aber er wollte vorbereitet sein. So gerüstet machte er sich mit seinem Dodge RAM 2500 auf den Weg.

* * * * *

Etwas aufgeregt und total nervös wippte Sam von einem Fuß auf den anderen. Zuerst überkam sie ein schlechtes Gewissen, weil sie Jack für gestern eine Absage erteilt hatte. Aber Kelly bestätigte sie darin, dass es die richtige Entscheidung war. Sie kannte Jack noch zu wenig, als dass sie für ihn die Treffen mit ihrer besten Freundin erneut absagt. Sie war eigenständig und traf ihre eigenen Entscheidungen. Aber zu ihrer großen Freude kam von ihm eine Nachricht, mit einem Vorschlag für ein Treffen im Boston Common Park. Da sie nicht wusste, was er für Pläne hatte, entschied sie sich heute Vormittag für praktische Kleidung. Eine enge Blue-Jeans mit einer lockeren hellblauen Bluse und bequemen Laufschuhen. Sie fühlte sich perfekt vorbereitet. Nun stand sie vor dem Massachusetts State House und konnte Jacks Ankunft kaum erwarten. Lange musste sie nicht warten. Sam sah ihn schon von weitem herannahen. Er schien eine Affinität zu schwarzen Hosen zu haben. Heute trug er dazu ein Tommy Hilfiger-Polohemd mit rot-/grauem Blockstreifendesign. Bei der herzlichen Begrüßung registrierte sie, dass der Knopf am Halsausschnitt geöffnet war. “Ich habe mir überlegt, dass wir uns heute Zeit nehmen, um uns besser kennenzulernen. Ich werde Dich auf eine Tour durch Boston mitnehmen und hoffe, dass Du mir am Ende mehr Vertrauen entgegenbringst.” Bei diesen Worten musste Sam schlucken. Er sagte es mit einem leicht drohenden Unterton. Oder bildete sie sich das nur ein? Sie hakte sich bei ihm ein. “Ich bin bereit für jede Schandtat.” Jack schaute sie an und lächelte verschmitzt. “Ich komme mit Sicherheit darauf zurück. Wir beginnen aber erst mal mit dem wunderschönen Massachusetts State House vor  uns. Wir fangen an, wo die aktuelle Regierung herrscht.” Sam schaute von Jack zum Gebäude, das von einer imposanten vergoldeten Kuppel beherrscht wurde. “Jack, ich schaue dieses Gebäude immer wieder gerne an. Besonders, wenn die Sonne, wie jetzt, die Kuppel so erstrahlen lässt.” Sie unterhielten sich noch ein wenig über die aktuelle politische Lage und entschieden dann, ihren Weg fortzusetzen. Sam erkannte, dass Jack sie in Richtung Finanzviertel bugsierte. Sie wusste nur nicht, warum. “Jack, ich habe den Eindruck, wir laufen den Freedom Trail. Ich bin keine Touristin und kenne den Weg. Was bezweckst Du?”. Jack aber ließ sich nicht beirren. Er schaute sie an: “Du sagtest, Du bist kein Opfer. In der SMS schriebst Du mir, dass Du niemandem gehörst. Ich sage aber jetzt, Du wirst irgendwann jemandem gehören.” Sam lachte und schüttelte ungläubig den Kopf. “Das wird nicht passieren. Ich glaube, wir gehen besser weiter.” Sie konnte es nicht glauben. Wahrscheinlich dachte Jack noch, er wäre derjenige, dem sie gehören würde. In welchem Jahrhundert lebte dieser Typ eigentlich…? Aber sie konnte nicht umhin zuzugeben, dass er eine gewisse Ausstrahlung und Wirkung auf sie hatte. So setzten sie ihren Weg durch das Finanzviertel fort und machten Station beim Old South Meeting House. Sie schauten sich dort eine Ausstellung über die historisch bedeutsamen Versammlungen an, die bis zur Entstehung der Boston Tea Party abgehalten wurden und hatten gemeinsam viel Spaß. Sam fühlte sich locker und lachte viel. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatten die das Ende des Trails erreicht und standen vor dem Old State House. Dieses Haus bestach durch seine Schlichtheit. Einfache rote Backsteine und ein kleiner weißer Balkon an der Ostseite. Bevor Sam irgendetwas sagen konnte, trat Jack hinter ihr. “Hier ist Geschichte geschrieben worden. Versuche, sie zu spüren.” Er legte seine Hände auf ihre Schultern. “Der Staat Massachusetts unterlag der britischen Krone. Wie Du weißt, gab es die Revolutionen für die Unabhängigkeit. Hier von diesem Balkon wurde die Unabhängigkeitserklärung verlesen und die Loslösung von der britischen Krone besiegelt.” Jacks Hände wanderten ihre Arme entlang und er ergriff von hinten ihre Handgelenke. “Die USA war ab sofort unabhängig. Ich sage, vergiss Unabhängigkeit. Abhängigkeit kann phantastisch sein. Es gibt jemanden, dem Du gehörst und ihm dienst. Du wirst Deine Erfüllung darin finden. Das verspreche ich Dir.” Sein heißer Atem traf sie am Hals. Sie konnte sich ihm nicht entziehen. Er verstärkte den Druck auf ihre Handgelenke und sie spürte ein wohliges Ziehen im Unterleib. Es schien, als wenn alle Vernunft für sie keinen Sinn mehr machen würde. Das war total paradox. “Sam, ich will, dass Du Dich jetzt und hier an diesem bedeutenden Ort entscheidest, ob Du weiterhin unabhängig sein willst oder ob Du Dich in meine Abhängigkeit begibst. Gehorche mir, brenne für mich, diene mir und erlebe die absolute Erfüllung. Ich werde nicht aufgeben, bis Du mir eine klare Antwort gibst. Stop oder Go, Ja oder Nein.”

Sam drehte sich um. Sie schaute Jack in die Augen. Was sie sah, ließ sie bereits jetzt brennen. Seine Augen waren Leidenschaft pur. Er wollte sie. Es war unverkennbar. Sie war sich nicht darüber im Klaren, was auf sie zukommen würde und sie schwankte zwischen Angst und Unsicherheit. Aber sein feuriger Blick brachte sie total um den Verstand. Was hatte sie zu verlieren. Was sollte ihr schon passieren. Sie machte sich wahrscheinlich unbegründet zu viele Gedanken. Jack sagte nichts und schaute sie nur eindringlich an. Sam bekam kein vernünftiges Wort raus und brauchte zwei Anläufe, um ihm zu antworten: „Go…“

Wer wissen möchte, wie es weitergeht, was Jack für Pläne mit Sam hat und was Sam erwartet, den ersten Teil gibt es beim Händler Eures Vertrauens (z. B. Amazon, Thalia.de, Apple u.v.m.).

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07.10.2018

 

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Nightspot…

Ich präsentiere den Klappentext zum neuen, gerade angefangenen Werk:

Nightspot

Washington D.C. Bekannt für das Capitol und dem Weißen Haus. Beides Inbegriff der politischen Macht. Versteckt in einer kleinen Seitenstraße beherrscht ein Nachtclub die Szene Washingtons. Eine Szene, die dunkel und schillernd zugleich ist. Im “Dark Tower”  herrscht eine Macht, die speziell und doch wieder normal erscheint. Im gleißenden Licht der Spots ist jeder gleich. Doch was passiert abseits im Verborgenen, wenn die grellen Lichter aus sind und nur flackernde Kerzen den Weg weisen. Wenn dunkel gekleidete Personen mit Peitschen in der Hand das Geschehen bestimmen. Was geschieht, wenn die politische Macht auf die dunkle Macht des BDSM trifft…

04.08.2018

Update:
Prolog, Kapitel 1, Kapitel 2 fertig gestellt. (19.08.2018)
Kapitel 3-5 fertig gestellt. (27.09.2018)

Neues Projekt…

… nach ein wenig Erholung sind die Recherchearbeiten in vollem Gang und ein neues Projekt gestartet.

Diesmal nehme ich meine Leser mit auf die Reise nach Washington D.C. Schauplatz ist der von Ray geführte Nachtclub „Dark Tower“. Hier trifft Politik auf BDSM…

22.07.2018

Sammelband Unstillbare Gier Teil 1 bis 4

Unstillbare Gier – die elektrisierende Geschichte von Sam, die in die faszinierende BDSM-Welt im wahrsten Sinne des Wortes stolpert. Es entwickelt sich eine Dreiecksgeschichte über mehr als drei Ecken, die nicht einmal durch eine Peitsche gestoppt werden kann.

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Ab sofort sind alle vier Teile in einem Band beim Händler Eures Vertrauens erhältlich.

25.05.2018

Demnächst im Handel…

Prolog

Die Gedanken rasten durch ihren Kopf. Was war passiert? Wie konnte es überhaupt so weit kommen. Sie hatte keine Antwort darauf. Die Dunkelheit war überall. Sie hasste Dunkelheit. Ihr Herz raste. Wo war Jack? Er hatte ihr versprochen, sie im Dunkeln nicht alleine zu lassen. Vorsichtig tastete ihre Hand sich vor, bis sie auf Widerstand stieß. Eine Hand ergriff ihre. Jack hatte sie tatsächlich nicht alleine gelassen. Ihre Atmung wurde ruhiger und der Herzschlag ebenfalls. Jetzt wurde alles gut. Sam fing an zu lächeln.

DEMNÄCHST IM HANDEL!!

16.04.2018